Es wird Winter
Die blöde Zeitumstellung hat uns Abends eine Stunde geklaut, es ist Kalt, das Wetter in Hamburg ist nur bedingt Flugtauglich; meine erste Saison, die ja erst im September begann, läuft wohl langsam aus.
Trotzdem versuch ich fliegen zu gehen. Wenn es das Wetter und die Arbeit zulassen fahr ich morgens zum Platz und dreh ein paar Runden. Dazu ist, Schande auf mein Haupt, ja auch noch ein drittes Gerät in die Reihen meiner Flugobjekte gekommen. Der für das nächste Jahr geplante Benzin-Helikopter hat schon im November sein neues Heim gefunden. Er hat damit auch (einige mögen sagen: endlich) zum ersten Absturz geführt. Aber alles schön der Reihe nach…
Ich hab mittlerweile ca. 150 Akkuladungen verflogen, das sind bei durchschnittlich knapp 5:45 Minuten eine Flugzeit von rund 860 Flugminuten, also gut 14 Stunden in der Luft. Dazu kommen jetzt ca. 4-5 Tanks a 330ml a 20Minuten mit dem Benziner, also noch einmal rund 1 Stunden oben drauf. Ich kann also schon sagen, dass ich die Zeit, die letzten 2,5 Monate ordentlich genutzt habe zum fliegen.
Der Benziner. Schon als ich über den ersten Helikopter nachdachte, bin ich über den Radikal G20 gestolpert. Nachdem ich dann aber den Raptor gekauft hatte, hab ich ihn aus den Augen verloren, bis Barbara mit ihrem G20 auf dem Platz auftauchte. Das war genau in der Phase, als ich Urlaub hatte und zwei mal am Tag auf dem Platz war, weil ich zwischendurch zuhause die Akkus nachladen musste, was mich tierisch nervte. Ein Helikopter, den man beliebig oft nachtanken kann und dabei weder das Generve von Nitromotoren, noch die hohen Preise von Nitro hat, fand ich schon sehr sexy. Mir war von Anfang an klar, dass der G20 kein Kraftpaket ist, mit dem ich wie wild durch die Luft zappeln kann, aber für meinen derzeitigen Flugstil sollte die Kraft alle mal reichen.
Dazu kommt, dass Karen nächstes Jahr anfangen möchte mit dem Fliegen, sodass wir eh in die Situation kommen, dass wir noch mehr Flugzeit benötigen. Daher fasste ich ins Auge: Nächstes Jahr soll ein G20 in den Hangar kommen. Wie das so ist, kommt natürlich alles anders. Erst ein Gebrauchtangebot von einem Hamburger, welches ich letztendlich aber ablehnen musste und dann ein anderes Angebot haben mich veranlasst, den Termin doch schon nach Vorne zu ziehen.
Vor knapp 2 Wochen war der Bausatz dann bei mir und ich hab mich über das Wochenende ans Bauen gemacht. Da ja beide E-Helikopter zusammengebaute Gebrauchtkäufe waren, war dieses im Grunde der erste Helikopter, wo ich alles selber machen musst. Zusammenbauen, Einstellen und Einfliegen. Ich muss zugeben, dass ich mich daran erstmal gewöhnen musste/muss, denn ich war schon sehr verwöhnt von meinen zwei super eingestellten Käufen zuvor.
Dank Probleme mit einem Gewinde der Hauptrotorblattwelle musste ich kurzfristig umdisponieren und habe den Kopf vom Raptor verbaut, dessen Elektronik eh vorrübergehend in dem G20 verbaut wurde. Als ich mir soweit sicher war, das alles so ist, wie es soll, kam es dann auch zum ersten Flugtag. Aufgeregt fuhr ich mit Sender, Heli und Kanister voll Benzin (1:40 Gemisch) zum Platz und warf den Motor an. Erst ein bisschen leer laufen lassen, dann in den Schwebeflug. Ich hatte ordentliche Probleme am Heck, sodass ich nach einem Tank einpackte um es später erneut zu versuchen. Ich verklebte den Gyro also mit einem anderen Klebeband und es ging erneut zum Platz. Diesmal stand das Heck schon besser. Nach einer weiteren Tankfüllung im Schwebeflug setzte ich zu den ersten Rundflügen an. Als ich nach rund 10 Minuten wieder landen wollte, passierte es. Irgendwie verlor ich die Übersicht, reagierte falsch, schätzte alles falsch ein und gab zu allem Übel auch noch aus Reflex Vollgas, als der Heli kopfüber Richtung Boden sauste.
Da war er also, mein erster Crash. Schade, dass es gleich mit dem teuersten Bausatz und am ersten Flugtag passieren musste, aber das ist wohl einfach auch ein Teil dieses Hobbys. Zuhause also Ersatzteile bestellt und gehofft, dass ich mir damit nicht meine Freude am Fliegen versaut hab. Leider spielte dann das Wetter nicht mehr mit, sodass der Heli nach dem Wiederaufbau einige Tage im Hangar stehen bleiben musste.
Diese Woche ist das Wetter wieder besser. Der G20 war wieder in der Luft aber ich habe ein erneutes Problem am Heck. Mir ist gestern aufgefallen, dass es einen Punkt im Heck-Anlenkungs-Weg gibt, der etwas schwergängiger ist, als der Rest. Ich tipp hier auf einen leichten Knick in der Heckwelle, der mir nach dem Crash nicht aufgefallen ist. Hab also eine neue Bestellt und warte nun auf Lieferung. Würde mich schon freuen, wenn die Kiste endlich mal wieder fliegt.
Das leichte Schwanken am Heck wird merkbar weniger, sobald der G20 nicht Schwebt, sondern fliegt, aber irgendwie hab ich mich beim Fliegen von Kurven und Achten angestellt, wie bei den ersten Versuchen. Daher kam gestern mein Logo mal wieder mit zum Platz.
Ich merk zwar, dass ich ein wenig vorsichtiger fliege, als vor dem Crash, aber mit dem Logo geht sonst alles. Ich muss wohl erstmal Vertrauen zum G20 gewinnen, sowie Erfahrung mit der Steuerung sammeln.